Pars tertia: Amor volat undique

[...] Dann „Amor volat“  „Das ewig Weibliche“  zieht ihn… [...]

(Orff an Hofmann 26.06.37 in Dangel-Hofman 1990: 138)

Merkliste: Erste Anzeichen deutscher Wiedergeburt MK 713,  Drei Klassen des Volkskörpers MK 581 - Genesung

 

„Ein Unterschied besteht aber, wenn wir den heutigen Weltkampf mit dem Ende des Krieges der der Jahre 1 9 1 4/ 1 8 vergleichen. 1 9 1 9 waren wir Nationalsozialisten ein kleines Häufchen Bekenner, die den internationalen Feind der Menschheit nicht nur sahen, sondern auch bekämpften. Heute haben die Gedanken unserer nationalsozialistischen und die der faschistischen Revolution große und gewaltige Staaten erobert, und meine Prophezeiung wird ihre Erfüllung finden, daß durch diesen Krieg nicht die arische Menschheit vernichtet, sondern der Jude ausgerottet werden wird. Was immer auch der Kampf mit sich bringen, oder wie lange er dauern mag, dies wird sein endgültiges Ergebnis sein. Und dann erst, nach der Beseitigung dieser Parasiten, wird über die leidende Welt eine lange Zeit der Völkerverständigung und damit des wahren Friedens kommen. (Hitler Botschaft, in:  „Völkischer Beobachter“ Nr. 56 vom 25.02.1942, Domarus S. 1844).

 

Blut geworden in unzähligen Erweckten, die schon auf Erden einen paradiesischen Urstand feiern. Der in der Morgenröte schlank emporsteigende Garten Eden mit dem ersten Menschenpaar entfaltet sich zur Mittagshöhe einer überwältigenden Sonnenkraft, die allen Gegenständen eine satte Fülle und tiefleuchtende Farbigkeit verleiht. In einem tropisch wundersamen Flor ins Riesige gediehener Erdfrüchte und Gewächse flirrt die Buntscheckigkeit gigantischer Vögel, seltsamer Glasgehäuse unt botanischer Architekturen, vor deren Farbenschmelz das Inkarnat der menschlichen Gestalten in seiner blütenhaften Helligkeit, durchsichtig und gewichtlos, wie ein Schwarm von weißen Faltern schwebt. Darüber kreist ein triumphales Karussell einheimischer und fremdländischer Tiere, auf denen eine übermütige Mannschaft einen Jungbrunnen umreitet. Dann dehnt sich zwischen braunen Wäldchen dieser Wiesengrund zu einem Wasserspiegel, aus dem - halb Weltkugel, halb glitzernde Phiole - ein Ableger des Lebensbrunnens ragt. Vier Felsgebilde üppiger Monstrosität umfestigen die Gartentiefe, die bis zum fernsten Winkel von den Lustbarkeiten menschlicher Gruppen oder Einzelpaare überquillt, wie auch der Luftraum noch von abenteuerlichen Flugwesen bevölkert ist. Vor diesem überschwänglichen reichen Panorama fragen wir zunächst, von wo aus und in welcher Richtung wir die Tafel abzulesen haben. Denn auf den ersten Blick verwirrt uns dieses Vielerlei geruhsam beieinander weilenden oder im Übereifer durcheinander rudelnder Figuren umso mehr, als ihre Tätigkeit dem gleichen einerlei verwunderlicher Liebeskulte gilt. [...] Wohl in der Mittelzone streng zentriert durch den ovalen Weiher, um den sich der Triumphzug wie um eine Nabe dreht. Doch diesem Angelpukt kommt keine richtungsweise Bedeutung zu, da die von ihm ausstrahlende Bewegung sich im Kreis vollzieht, ohne daß das im Vordergrund und Ferne spielende Geschehen in diesen Kreislauf mithineingeschlungen würde. Zudem wird der zentrale Kreislauf noch dadurch verstärkt und ins Monumentale vergewichtigt, daß die vier baumumhegten Felsenhäußter, zusammen mit dem Waldprofil der vorderen Zonen, einen ovalen Landschaftsgürtel bilden, welcher die obere und untere Tafelhälfte wie durch einen Ring zusammenschließt. Die Signatur des Tausendjährigen Reiches besteht also in dem Gesetz des    K r e i s l a u f s   und der   e w i g e n   W i e d e r k e h r. [...] Es handelt sich um eine idealisierte Wirklichkeit, um ein in den Geheimniszustand des Symbols erhobenes "Heute". Dieser unmittelbare Gegenwartsbezug bestimmt auch das Gesamtgefüge des Dreitafelwerkes. Statt einer Zeitabfolge, die den "Garten Eden" als einmaligen Beginn vom "Paradies" der Mitteltafel als künftiger Wiederherstellung des Urstandes unterschiede, herrscht die vollkommene Simultanität eines Bewusstseinszusandes, worin der "Garten Eden" den felsenfesten G l a u b e n  an die Unverlierbarkeit der menschlichen Gott-Einigkeit vertritt, die "Hölle" aber das von Gott getrennte und dadurch hinfällig gewordene L e b e n  zu bedeuten hat, während das Mittelstück als Synthesis das Vorbild eines gott-versöhnten Lebens und damit einen Ausweg aus der Hölle zeigt (Fraenger 1947 (Das Tausendjährige Reich): 94-96).

 

 

daraus: Die Nationalsozialisten adaptierten auch den Begriff "Tausendjähriges Reich", um nach der wechselvollen deutschen Geschichte eine Zeit der Kontinuität unter ihrer Herrschaft zu propagieren. So verkündete Adolf Hitler am 1. September 1933 offiziell, dass der von ihm geführte Staat ein „Drittes Reich“ sei, das „tausend Jahre“ dauern werde. Der Begriff „Tausendjähriges Reich“ sowie der Begriff „Drittes Reich“, wie ihn die Nationalsozialisten verwendeten, griffen die „Symbole apokalyptischer Geschichtsspekulation für die Endphase der Geschichte auf“. Vondung bemerkte: „Mit der Übernahme dieser Symbole wird das deutsche oder auch nationalsozialistische Reich transfiguriert: Das ›tausendjährige Reich‹ sollte bekanntlich nicht tausend Jahre dauern, sondern ewig, worauf Schumanns Symbol von ›des Reiches ewigen Feldherrnhalle ebenso verwies wie Hitlers Konsekrierung der Ehrentempel am Königsplatz zur ›Ewigen Wache‹. Das ›ewige Reich‹ in der Zeit wird als Endphase der nationalsozialistischen ›Heilsgeschichte‹ gesetzt und insofern als Endphase der für Nationalsozialisten relevanten Geschichte überhaupt.“