[…] „Wenn selbst in Fachzeitschriften man nicht über die Zitierung der „berühmten Ostinati“, „raffinierten Instrumentation“, „des allbeherrschenden Rhythmus“ und ähnlichem hinausgelangt, so geht es darauf zurück, dass die Leute garnichts, aber auch schon garnichts, genau studiert haben, und nicht unter die Oberfläche eingedrungen sind. […] Es muss jetzt die Studie über den „Musiker“ Orff geschrieben werden. Und hier ist wahrlich genügend zu sagen, und zu klären. So billig bin ich ja nicht, wie sichs manche in Ueberheblichkeit und andere aus Dummheit vorstellen. […] Wiederum ist es ein Vorzug, wenn ein neuer Mann mit einem solchen Werk auf den Plan tritt, da die ältere Generation nicht mehr so radikal, wie es hier sein muss, für etwas ganz Neues eintreten kann. Es hat keinen Sinn, ein solches Buch in lobenden und anpreisenden Phrasen zu schreiben, es soll Tatsachenmaterial mit wissenschaftlicher Exaktheit, die keineswegs mit Ge-schmack oder Sympathie etwas gemein haben, bringen. Mit diesem Tatsachen-material haben sich weiderum auch die Gegner auseinander-zusetzen, sofern sie ernst genommen werden wollen. Mit Ironie und Witz kann man kein Lebenswerk abtun.“ Carl Orff in einem Brief vom 10.12.1947 an Willy Strecker (OZM, Verlagskorrespondenz), hier zitiert nach Rösch 2003, S. 15-16.