Der Garten Eden...

Deutsches Historisches Museum Berlin (Foto: wiki-commons)

Beim Treppenaufstieg vom Foyer in die Ausstellungsräume des Obergeschosses befindet sich an der Kopfwand des ersten Treppenabsatzes in einem Foto-Leuchtkasten (ca. 5 x 3 Meter) mit Lentikulartechnik die Abbildung einer offenbar frühgeschichtlich gekleideten und bewaffneten Gruppe von Menschen im Wald.

Foto: Ulrich J. Blomann

"...ewiger Wald, ewiges Volk, [...] Volk steht wie Wald in Ewigkeit [...] aus

dem Wald kommen wir, in diesem Wald leben wir, aus dem Wald   formen wir Heimat und Brauch"

aus: "Ewiger Wald", Dokumentarfilm 1936 (siehe Link unten)


aus dem Vorwort:


 

Juden sind in unseren

deutschen Wäldern

nicht erwünscht.

  Juden galten in der NS-Propaganda im konstruierten    

            G e g e n s a t z   zum deutschen 'Waldvolk'

              als Wüsten- und Steppenvolk.


"Verrottet, verkommen, von fremder Rasse durchsetzt.

Wie trägst du Volk, wie trägst du Wald die undenkbare Last?"

aus: "Ewiger Wald", Dokumentarfilm 1936 (siehe Link unten)

 

 

Erster Gesang

Es war in unseres Lebensweges Mitte,

Als ich mich fand in einem dunklen Walde;

Denn abgeirrt ich vom rechten Wege.

Wohl fällt mir schwer, zu schildern diesen Wald,

Der wildverwachsen war und voller Grauen

So schwer, dass Tod zu leiden wenig schlimmer.

Doch um das Heil, das ich dort fand, zu künden,

Will, was ich sonst gesehen, ich berichten. -

Wie ich hineingelangt, kann ich nicht sagen,

So schlafbenommen war ich um die Ziet,

Als ich zuerst den wahren Weg verlassen.

Doch, als ich eines Hügels Fuß erreichte,

An welchem jenes Tal zu Ende ging,

Das mir das Herz mit solcher Furcht befangen,

Blickt' ich empor, und sah des Hügels Schultern

Bekleidet schon mit des Planeten Strahlen,

Der uns den rechten Pfad zeigt allerwege.

[...]

 



Freimädel  

Erich Maria Remarque

in: Der Junggeselle 1924, Nr. 36

 

Wer wartet im grellen

Laternenlicht,

Die Lippen gemalt, geschminkt das

Gesicht.

Im wollenen Fähnchen, im Schal, in

Flanell.

Und wirft freche Blicke, verwegen

und schnell?

Wer schreitet in Seide, Chinchilla und

Nerz,

Mit flackernden Augen und kühl-

kühlem Herz.

Elegant und voll Rasse die Strassen

entlang,

Mit wiegenden Hüften, aufregendem

Gang,

Wer blickt aus gesenkten Wimpern,

und stockt,

Bleibt stehen, sieht und lächelt

und lockt,

Geschaffen zur Liebe, geschaffen zur

Lust

Die biegsamen Leiber, die bebende

Brust?

Freimädel.

 

 

 


Erster Gesang

[...]

Doch, siehe, fast bei dem Beginn des Anstiegs,

Das überdeckt war mit geflecktem Haare.

Von meinen Augen wich das Untier nimmer

Und störte mich so sehr in meinem Wege,

Dass mehrmals schon zur Umkehr ich mich sandte.

Es war die Zeit der ersten Morgenfrühe;

Die Sonne stieg empor mit jenen Sternen,

Die sie begleiteten, als Gottes Liebe

Zuerst bewegte diese schönen Dinge,

Sodass kein Unheil mich befürchten ließ

Von jenem Tier mit bunt geflecktem Felle

Die Stunde, wie die schöne Jahreszeit.

 

 

 

 

 



   Das Textheftcover der alten Textfassung ist identisch mit dem neuen

   Textheftcover

      identisches Textheftcover der neuen Textfassung:



       Inhaltsverzeichnis der Textbuch-Erstfassung von 1937

              Inhaltsverzeichnis der Textbuch-Neufassung nach 1945


Carmina duplicia pro 'Tertio Imperio'

 

"Teil I Schicksal II 'Frühling' (!) III. Oktoberfest sind klar oder "(Orff am 19.06.1934 an Hofmann in Dangel-Hofmann 190: 54).

 

"Oktoberfest?" Ja, Oktoberfest

 

"Floret Silva" alias "Uf dem Anger" alias "Auf der Wiesn"

 

Flortet silva

in der Nachkriegs-Textfassung von Wolfgang Schadewaldt:

Uf dem Anger(?)

Grünet schon der edle Wald

in der Nachkriegs-Textfassung von Wolfgang Schadewaldt:

Auf dem Anger (?)


Floret silva

Es grünt der Wald


Die Titel und Zwischentitel der ersten deutschen Carmina Burana Textfassung von Michel Hofmann sind fast ausnahmslos  den ersten Verszeilen der ersten lateinischen Strophenfassung der jeweiligen Nummer entnommen. Lediglich beim Pars altera: In Taberna  stammt der Titel von der ersten Verszeile der letzten Strophe (14 In taberna quando sumus). Bei der Textfassung von Wolfgang Schadewaldt wird mit der benannten Regel häufiger gebrochen. Am auffälligsten ist der Regelbruch allerdings bei der ersten Floret silva bzw. Es grünet schon der edle Wald Zwischenüberschrift, die selbst in der lateinischen Ursprungsfassung in Uf dem Anger umbetitelt wurde, obwohl in keiner der korrelierenden Uf dem Anger -Strophen (Nr. (6) bzw. 7-10) und Verse auch nur andeutungweise von einem Anger oder einer Wiese bzw. Dorfwiese die Rede ist. Nach wie vor beginnt die erste lateinische  Uf dem Anger (Auf dem Anger) -Strophe mit Floret silva  bzw., bei Schadewaldt leicht variiert:  Es grünt der Wald. Ein Schelm, wer bei alldem Böses denkt.